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Stand: 09.04.07
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April April (Quelle http://www.rundschau-online.de )
Polizei schickt die Bergheimer in den April
02.04.2005 07:15 Uhr BERGHEIM. Okay, die Funkeinheiten sind nicht dabei. Aber beim echten Super-Sonderangebot ist der ein oder andere Abstrich völlig normal. Er gehört sozusagen zwingend dazu und macht das Objekt der Begierde überhaupt erst zum Schnäppchen. Außerdem sind die restlichen „polizeispezifischen Extras“ tatsächlich erste Sahne: Sonderlackierung silber-grün, Blaulicht, Martinshorn und - sonst wäre der Spaß ja nur halb so groß - die Anhaltesignale „Stopp Polizei“ und „Bitte folgen“. All diese wunderbaren Details vereint im wohlgepflegten Jahreswagen zum Spottpreis von 3790 Euro - präsentiert zur besten Flanierzeit mitten in der Fußgängerzone. Den Grund für das verlockende Angebot verrät der Zettel am Fenster der Fahrerseite: „Aus der Konkursmasse der Polizei wegen Schließung der Polizeiwache Bergheim.“ Christina und Thomas Fey lässt das völlig kalt. Die beiden sind aus Horrem. Unruhig werden lässt sie eher das Stimmengewirr rund ums Auto. Mehrere Telefongespräche sind nicht zu überhören und machen unmissverständlich klar: Eile ist geboten. „Das ist eigentlich zu billig“, murmelt Thomas Fey. Den Nebenmann mit den dicken Schweißperlen auf der Stirn macht das noch nicht skeptisch. „Das ist ja der Hammer“, brüllt er in sein Handy und diktiert aufgeregt die angegebene Nummer für Reservierungen. Was für ein Glück, dass Frau in solchen Momenten einen kühlen Kopf behält: „Mängel im Polsterbereich, Donut- und Pizzareste müssen selbstständig entfernt werden“, liest Christina Fey vor. „Das kann ja wohl nicht sein.“ Jawoll, Recht hat sie. Das kann auch nicht. „Ich weiß von nichts, aber solche Anrufe hatten wir heute viele“, sagt die verwunderte Stimme, die unter der angegeben Nummer mit der Hürther Vorwahl den Telefonhörer abnimmt. Und als ihr der Vorreservierungswille bekundet wird: „Moment mal.“ Beim Rückruf fünf Minuten später lacht Polizei-Pressesprecher Jürgen Chrobock dann auch. „Die Kollegen der Bergheimer Wache haben sich einen Aprilscherz erlaubt.“ Soso. Bei der Abfahrt des begehrten Objektes am Nachmittag aus der Fußgängerzone macht sich auf Verkäuferseite trotz verschmitztem Lächeln Enttäuschung breit: „Ich glaube, wir sind ihn einfach nicht losgeworden, weil der Fuchsschwanz und ein ordentlicher Spoiler fehlen“, mutmaßen Polizeikommissar Benedikt Alberts und Dienstgruppenleiter Erich Braun. Wenn Benedikt Alberts also am 1. April des kommenden Jahres wieder mit dem spontanen Gedanken „Eigentlich müsste man doch mal. . .“ aufwachen sollte, dann macht er auf dem Weg zur Wache halt noch einen kurzen Abstecher zum gut sortierten Fachhändler für Autozubehör. Dabei hätte Thomas Fey das Angebot auch ohne Fuchsschwanz durchaus ernsthaft in Versuchung geführt. „Auf der Stelle“, sagt er. „Den nehm" ich. Gestern oder morgen, aber eben nicht heute.“
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