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 (Quelle: Mehr Personal für Streifendienst  Kölnische Rundschau)

 

Erftkreis

Mehr Personal für Streifendienst
Von PETRA SCHIFFER

29.08.2003 22:36 Uhr

ERFTKREIS. Es muss sich etwas ändern, in diesem Punkt sind sich alle Beteiligten einig. Bei NRW-weit steigender Kriminalität, schwachen Aufklärungsquoten bei Alltagsdelikten wie Diebstahl und Einbruch und immer längeren Wartezeiten beim 110-Notruf muss über neue Strukturen nachgedacht werden. Doch über den Weg, wie die Situation der Polizei vor Ort verbessert werden soll, gehen die Meinungen auseinander.

Die umfassendsten Gedanken zu einer Polizeireform hat sich bislang die FDP gemacht. Sie will die 56 Kreis- und Landespolizeibehörden zu 18 bis 20 Regionalpräsidien zusammenstreichen, die Ebene der Bezirksregierungen streichen und so Verwaltungskräfte einsparen, die im Streifendienst oder bei der Aufklärung von Verbrechen eingesetzt werden sollen. „Es ist ausschließlich eine Reform der Polizeiverwaltungsbürokratie“, erklärt Horst Engel, innenpolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion und ehemaliger Kommissar. „Für die Kriminalitätsbekämpfung ist es unerheblich, wo Statistiken geführt werden.“ Im Gegenzug sollten Reaktionszeiten verkürzt und Aufklärungsquoten verbessert werden. „Der heutige Fahndungsdruck schreckt doch selbst den gemeinen Eierdieb nicht ab“, so Engel. Landesweit könnten auf diese Weise 3000 Polizisten mehr im Einsatz sein, für den Erftkreis bedeute dies so viel zusätzliches Personal, dass Bedburg / Elsdorf eine eigene Wache bekommen könnte.

Die CDU denkt nach Angaben von Klaus Stallmann, Vorsitzender des Landtagsinnenausschusses, in eine ähnliche Richtung - mit einem entscheidenden Unterschied. Im Gegensatz zur FDP will sie, dass der Landrat, der zurzeit in den meisten Landkreisen in NRW von der Union gestellt wird, oberster Dienstherr der Polizei bleibt. „Es ist gut, oben Bürokratie abzubauen, wenn die kleinsten Einheiten - die Wachen vor Ort - erhalten bleiben“, sagt Stallmann. Auch Michael Breuer (CDU) hält die Überlegungen der FDP für „grundsätzlich richtig“. Es sei jedoch wichtig, die Polizei auch weiterhin an den Landrat zu binden. Der sieht die Sache ähnlich. „Der Chef der Polizei muss von den Bürgern direkt gewählt werden“, meint Werner Stump.

Grundsätzlich will auch die SPD „weg von verwaltender, hin zu schützender und gestaltender Polizei“, so SPD-Landtagsabgeordneter Hardy Fuß. Die Lösung „Alle nach draußen“ sei jedoch zu einfach. Die SPD wolle zunächst eine Schwachstellenanalyse machen und dann überlegen, welcher Weg der richtige ist.

(KR)
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