Stand: 09.04.07

Navigation 

Home

Aktionen-Bilder

Dienststellen

Fundgrube

I n t r a n e t
(nur im CNPOL verfügbar)

Kontakt

Links

Personen 

Presse (eigene)

Spaß + Freizeit

Termine

VL (nur für
Vertrauensleute)

DOWNLOAD

Mitglieder der
Kreisgruppe:
     767
______________

Impressum

GdP-Erftkreis
Philipp-Schneider-Str. 8-10
50171 Kerpen
Tel. 02233/52-2011
Michael Mertens

© GdP 
Kreisgruppe Erftkreis
Ersteller: 
Karl-H. van Nahmen
khvn@gmx.de


 

Effiziente Polizeiarbeit erfordert qualifiziertes Personal
Alle vier Fraktionen für Anwärter im gehobenen Dienst

 

Auszug aus der Originalseite:

Effiziente Polizeiarbeit erfordert qualifiziertes Personal
Alle vier Fraktionen für Anwärter im gehobenen Dienst

Ausgabe vom 03.04.2001


Effiziente Polizeiarbeit erfordert qualifiziertes Personal

Alle vier Fraktionen für Anwärter im gehobenen Dienst

In der Plenarsitzung des Landtags wurde am 23. März der Antrag der SPD und GRÜNE, sowie die Entschließungsanträge der CDU und der FDP zur effizienten Polizeiarbeit einstimmig an den Ausschuß für Innere Verwaltung und Verwaltungsstrukturreform übergeben. Im Antrag der Koalition forderte der Landtag die Landesregierung auf, ab 2002 nur noch Einstellungen in den höheren und gehobenen Dienst vorzunehmen und bis 2010 alle Stellen des mittleren Dienstes in Stellen des gehobenen Dienstes umzuwandeln, so daß es allen Polizeibeamtinnen und -beamten möglich ist, die Besoldung A12/A13 zu erreichen. In dem Entschließungsantrag der CDU wird die Landesregierung zu einem Konzept aufgefordert, in dem die Einführung der zweigeteilten Laufbahn nicht auf Kosten notwendiger Stellenausweitungen und erforderlicher Strukturverbesserungen gehe. Die F.D.P.-Fraktion verlangt von der Landesregierung, Fachhochschulabsolventen den ungeprüften Bewerbern vorzuziehen. Außerdem wolle sie eine Übersicht über die Stellen, die man mit Angestellten besetzen könnte, ein Konzept über effizienten Einsatz des Personals der Direktion für Ausbildung der Polizei (PAD) und der Polizei-Ausbildungs-Institution (PAI), sowie Vorschläge, wie Lehrbeauftragte aus den Kreispolizeibehörden gewonnen werden könnten.

Jürgen Jentsch (SPD) war der Überzeugung mit der NRW-Linie die Orientierungsdefizite aufgefangen zu haben. Die Linie betone Rechtsstaatlichkeit und Verhältnismäßigkeit, insbesondere aber die Verhaltungsideale "Humanität", "Liberalität", "Bürgernähe" und "Wirksamkeit" als Voraussetzungen und damit als Grundlage für polizeiliches Handeln. Dabei käme es nicht auf die Polizeistärke an, sondern auf die Ausbildung, die Fort- und Weiterbildung, denn Qualität sei die Voraussetzung für effektive Polizeiarbeit. Mit diesem Antrag lege die Fraktion einen weiteren Meilenstein in der Weiterentwicklung der Polizei. Man sei sich auch über anfallende Kosten im klaren und habe deshalb mit den Gewerkschaften darüber diskutiert, daß diese Weiterentwicklung nur in mehreren Jahresschritten umzusetzen sei.


Theodor Kruse (CDU) sah die Einführung der zweigeteilten Laufbahn als gravierenden Einschnitt in der Personallaufbahn des Polizeivollzugsdienstes an. Zwar sei dieser Schritt generell auch im Sinne der CDU-Fraktion, "wenn denn nur die Umsetzung von einem klaren, finanziell soliden und in die Zukunft weisenden Konzept der Antragsteller getragen würde". Das Sicherheitsbedürfnis der Bürgerinnen und Bürger habe im Mittelpunkt zu stehen. Deshalb sei es unverantwortlich in den nächsten fünf, zehn oder fünfzehn Jahren das Personal nicht aufzustocken. Er wies darauf hin, dass eine Höhergruppierung die Beamten nicht automatisch fähiger mache und begründete damit die Forderung nach Neueinstellungen.


Monika Düker (GRÜNE) erklärte, man brauche für die hohen Anforderungen, die an den Polizeivollzugsdienst gestellt werden, ein gut qualifiziertes und ein angemessen besoldetes Personal. Das sei Ziel der Koalition. Ein weiteres Ziel der Grünen-Fraktion sei eine bürgernahe Polizei, in der sich die gesellschaftliche Struktur widerspiegele. Der Anteil von Frauen auch und gerade in Leitungsfunktionen und der Migrantinnen und Migranten in der Polizei müsse gefördert werden. Sie betonte nochmals die drei Säulen des Koalitionsvertrags: "Prävention, konsequente Strafverfolgung und Opferschutz" und gab die verbindliche Zusage für "eine gut ausgebildete, technisch moderne und angemessen besoldete Polizei" 140 Millionen DM zur Verfügung zu stellen.


Horst Engel (FDP) bedankte sich bei den Beamtinnen und Beamten, die Tag und Nacht rund um die Uhr für die Sicherheit sorgten. Er erklärte, die freien Demokraten wollten den Prozess der zweigeteilten Laufbahn aktiv begleiten. Bevor man sich jedoch neuen Projekten widme sei es unumgänglich sich von "Altlasten und Ungerechtigkeiten" zu befreien. Er sprach Bedenken aus, daß eine Höherstufung der Besoldung eine Demotivation der Beamtinnen und Beamten zur Folge hätte. Es sei nicht mehr notwendig, sich den Anstrengungen, die das Fachhochschulstudium mit sich bringe, auszusetzen. Im Antrag der Koalitionsfraktionen fehle ihm auch die Förderung der Polizeiausbildungsinstitute. Es reiche nicht aus nur die Fachhochschulen zu unterstützen.






Innenminister Dr. Fritz Behrens (SPD) bezeichnete die zweigeteilte Laufbahn als eins der wichtigsten innenpolitischen Projekte dieser Legislaturperiode. Was dadurch erreicht werde, sei mehr als man vor zwei Jahren zu träumen gewagt hätte. Auch er lobte die gute Arbeit der nordrhein-westfälischen und der gesamtdeutschen Polizei. Und auch die Arbeit der letzten neun Regierungsjahre, in denen nach dem Kienbaum-Gutachten gelungen sei, die Zahl der im gehobenen Dienst tätigen Polizeibeamten von 27 auf 78 Prozent zu erhöhen. Dies sei allerdings noch keine Zahl um sich darauf auszuruhen. Behrens: "Wir werden jetzt konsequent vollenden, was unter Herbert Schoor begonnen und unter Franz-Josef Kniola fortgesetzt worden ist. Das ist gut für unsere Polizei, und es ist damit auch gut für unser Land und seine Bürgerinnen und Bürger."


Jürgen Jentsch (SPD) betonte, daß seine Fraktion die Diskussion mit der Gewerkschaft der Polizei (GdP), dem Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) und dem Beamtenbund gesucht habe und weiterhin suchen werde und das man sich einig sei, den Weg zusammen zu gehen. Er forderte die CDU-Fraktion auf, ihre Meinung über die zweigeteilte Laufbahn klar darzulegen: "Die Leute wollen hören, was Sie sagen, und nicht immer diese Hin-und-her-Eierei."

Theodor Kruse (CDU) erklärte, die CDU-Fraktion sei selbstverständlich für die Einführung der zweigeteilten Laufbahn, allerdings nur in Verbindung mit einer Stellenplanausweitung. Er verwies auf eine Kleine Anfrage, in deren Antwort die Landesregierung einen Rückgang von 2.000 Polizeibeamten seit 1995 bestätigte. Der "schleichende Personalabbau" der Polizeibehörden führe zu mehr Einsätzen von privaten Sicherheitsdiensten. Diese Politik erfahre von der CDU keine Unterstützung.

© Landtag Nordrhein-Westfalen